Erneuerbare Energie fördern und Energieeffizienz steigern

Weltweit steigt die Nachfrage nach Energie weiter an, insbesondere in den aufstrebenden Schwellenländern. Gleichzeitig nimmt der Klimawandel ein Ausmass an, das früher oder später grosse ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Risiken mit sich bringen wird. Die Schweiz hat sich aus diesen Gründen mit der Energiestrategie 2050 des Bundes sowie mit den international abgestützten Klimaschutzvorgaben ambitionierte Ziele für die Zukunft gesetzt. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, sind wir alle gefordert. GemässEnergieSchweiz, einem Programm des Bundesamtes für Energie, können Privatpersonen, Unternehmen und die öffentliche Hand im Energiebereich drei Strategien verfolgen: Effizienz, auf erneuerbare Energie setzen und den Verbrauch minimieren. Dank höherer Effizienz von Geräten, Gebäuden und Fahrzeugen ist weniger Energie nötig, um denselben Zweck zu erfüllen. Eine nachhaltige Energieproduktion ist dann gegeben, wenn erneuerbare Energieträger anstelle von nicht erneuerbaren Energieträgern eingesetzt werden. Und mit der Minimierung des Verbrauchs, d.h. einer genügsamen Lebens- und Wirtschaftsweise, werden die Ressourcen geschont

Was heisst das nun konkret für eine durchschnittliche Schweizer Gemeinde mit etwa 1500 Einwohnern, deren Energieverbrauch pro Kopf und deren Energiepreise im schweizerischen Mittel liegen? Im Jahr 2010 wurden in dieser Gemeinde insgesamt – d. h. gesamter Bedarf der Gemeinde und aller Einwohner inklusive Industrie und Gewerbe – rund 157 Terajoule (TJ) Endenergie verbraucht (siehe Abbildung 2). Gemäss der Energiestrategie 2050 des Bundes soll sich dieser Verbrauch bis ins Jahr 2050 um 45 Prozent verringern, auf rund 85 TJ. Auffallend ist dabei einerseits, dass sich der Verbrauch von Treibstoffen und andern fossilen Energieträgern jeweils um den Faktor 3,75 verringern soll. Dadurch sinkt der relative Anteil dieser Energieträger von über zwei Dritteln des gesamten Endenergieverbrauchs auf noch einen Drittel. Andererseits soll sich der Bedarf an erneuerbaren Energien etwa verdoppeln, womit der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch von 5 Prozent auf über 20 Prozent steigt. Der Anteil der Elektrizität am Endenergiebedarf erhöht sich, wenngleich sich der Verbrauch in absoluten Werten etwas verringern soll. Welchen Anreiz haben Gemeinden, diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen? Zur Beantwortung dieser Frage lohnen sich weiterführende Überlegungen zur Wertschöpfungskette der Energieträger.

Abbildung 2: Endenergiebedarf einer 1500-Einwohner-Gemeinde (Beispiel)
Quelle: BKW Energie AG